Moderne Bestrahlung bei Krebs der linken Brust – Präzise, effektiv und gut verträglich

Einleitung

Erfahrungsgemäß hat sich gezeigt, dass alle Patientinnen nach einer die Brust erhaltenden Operation von einer Bestrahlung profitieren.

Sinn der Bestrahlung ist es eine unnötige Amputation der ganzen Brust zu vermeiden und dennoch die gleiche Sicherheit zu bekommen das der Krebs in der Brust nicht wieder zurückkommt. Dadurch konnte die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen bei gleichem Therapieerfolg deutlich verbessert werden.

Denn durch die Bestrahlung werden mikroskopisch kleine Tumorherde die sich meist in der Umgebung des sichtbaren Tumors verstecken (aber auch an anderen Stellen in der Brust sein können) abgetötet.

Eine der großen Herausforderungen hierbei ist jedoch der Krebs der linken Brust, da sich hier das Herz in der Nähe des Bestrahlungsgebietes befindet und man auf alle Fälle Schäden am Herzen durch die Bestrahlung vermeiden möchte.

Was bisher geschah…

Eine in den letzten Jahren oft angewandte Methode ist die Bestrahlung in der Phase der tiefen Atmung mit angehaltener Luft. Dadurch hebt sich die Brust und der sehr wichtige Abstand zum Herzen wird größer und dadurch die Schonung besser.

Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass diese Methode von vielen Patientinnen als anstrengend empfunden wird und die Umsetzung nicht immer gelingt.

Die neue Methode…

Eine neue Methode, die für die Patienten sehr angenehm in der Umsetzung ist, ist die VMAT – Modulierung der Bestrahlungsfelder über eine spezielle Planungssoftware. Bei dieser sehr rechenintensiven Vorbereitungsmethode wird die Verteilung der Strahlendosis sehr genau an Form der Brust angepasst. Dadurch kann die Belastung am Herzen optimal verringert werden.

Zusätzlich wird im Verlauf dieser Vorbereitung auch die Formveränderung der Brust bei der Atmung berücksichtigt. Das ermöglicht eine stabile Behandlung bei normaler Atmung und macht die korrekte Umsetzung der geplanten Therapie sicher und bequem.

So dauert eine Behandlungssitzung selbst lediglich 5 – 10 Minuten während der man entspannt auf dem Behandlungstisch liegt und normal atmet. Die Behandlung ist schmerzfrei und wird gut vertragen.

Eine Behandlungsserie erfolgt über eine kontinuierliche Folge von 15-20 Sitzungen. ( 1 Sitzung pro Tag, 5 Sitzungen pro Woche am Mo-Fr, insgesamt 3-4 Wochen in Folge). Die Aufteilung auf mehrere Sitzungen ist erforderlich um die Behandlung gut verträglich zu machen.

Übliche Nebenwirkung ist ein vorrübergehendes Gefühl leichter Erschöpfung und eine Erwärmung und Anschwellung der Brust am Ende der gesamten Behandlungsserie ähnlich einem Sonnenbrand. All diese Nebenwirkungen sind in der Regel nach einigen Tagen abgeklungen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Doch was bedeutet diese moderne Methode konkret für die Schonung des Herzens?

Die gültige Empfehlung für die Schonung des Herzens [1] lautet das das Herz im Durchschnitt weniger als 26 Gy Dosis bekommen sollte um möglichst keinen Schaden zu erleiden (Herz mean < 26 Gy).

Aus Erfahrung spricht man von einem guten Plan, wenn die Dosis am Herzen geringer als 9 Gy ist (Herz mean < 9 Gy) und von einem sehr guten Plan, wenn die Dosis kleiner als 3 Gy ist (Herz mean < 3 Gy).

Nun wie sieht es konkret mit der Belastung des Herzens mit Hilfe der neuen Methode aus?

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte…

Die hier gezeigte Graphik zeigt die Dosisverteilung bei einer Patientin mit Brustkrebs links die mit der modernen Methode behandelt wurde.

Der rote Anteil zeigt die Behandlungsdosis in der Brust, je mehr sich die Farbe wie beim Regenbogen Richtung blau verändert, desto niedriger ist die Dosis (Rot 100%, Blau 10%). Anhand der Graphik erkennt man das sich die Dosis an die Form der Brust schmiegt und nur wenige Zentimeter weiter kaum Strahlung ankommt.

 

 

Quelle Amethyst Radiotherapy Wien

Und wie sieht es nun mit der Strahlenbelastung am Herzen aus? Kann eine Dosis unter 9 Gy oder gar unter 3 Gy erreicht werden?

Die Antwort ist: Ja. Im Falle dieser Patientin beträgt die Dosis lediglich 1,34 Gy (Herz mean = 1,34 Gy)

 

 

 

Quelle Amethyst Radiotherapy Wien

Literatur

  • Quantitative Analyses of Normal Tissue Effects in the Clinic (QUANTEC), “Use of normal tissue complication probability models in the clinic.” (Marks LB, Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2010 Mar 1;76(3 Suppl):S10-9.)

Autor Dr. David Kuczer, Facharzt für Radioonkologie und Strahlentherapie