Was sind Keloide und ist Strahlentherapie eine wirksame Behandlungsmethode?
Keloide sind zwar nicht gesundheitsschädlich, können aber zu Schamgefühlen und sogar seelischem Stress führen. Dies gilt insbesondere, wenn sie an gut sichtbaren Stellen wie dem Gesicht auftreten.
Schauen wir uns Keloide genauer an, einschließlich ihrer Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
Was sind Keloide?
Keloide sind Narben, die als erhabene Stellen auf der Haut sichtbar sind. Sie sind typischerweise hart, glatt und glänzend. Keloide können durch kleinere Hautverletzungen wie Akne oder Insektenstiche, aber auch durch schwerwiegendere Verletzungen entstehen.
Keloide unterscheiden sich von hypertrophen Narben. Dies liegt daran, dass Keloide dazu neigen, sich über die Stelle der ursprünglichen Wunde hinaus auszudehnen.
Hypertrophische Narben hingegen bilden sich an der Stelle der ursprünglichen Wunde, werden aber nicht größer. Ein Keloid kann während seiner Entstehung jucken und schmerzen. Bildet sich ein Keloid über einem Gelenk, beispielsweise der Schulter, kann es die Bewegungsfreiheit einschränken.
Was verursacht Keloide?
Keloide entstehen vermutlich durch eine Überproduktion von Kollagen während der Wundheilung. Kollagen ist für die Haut bei der Wundheilung unerlässlich, doch wenn der Körper zu viel davon produziert, kann sich ein Keloid bilden.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Körper bei der Entwicklung eines Keloids in der zweiten Heilungsphase stecken bleibt: die fibroblastische Phase.
In dieser Phase produziert der Körper Kollagen und Zytokine. Verweilt dieser Zustand jedoch zu lange, kommt es zu einem Kollagenüberschuss. In der Medizin wird dies häufig als „abnorme Narbenbildung“ bezeichnet.
Menschen mit einer Veranlagung zu Keloiden können diese bereits aufgrund scheinbar geringfügiger Hautverletzungen entwickeln. Neben Akne und Insektenstichen, die wir bereits erwähnt haben, können auch Tätowierungen, Piercings, Verbrennungen und sogar kleinere Schnitte zur Entstehung eines Keloids führen.
Verschwinden Keloide von selbst?
Nein, Keloide heilen nicht von selbst ab. Ihre Entwicklung kann Monate oder Jahre dauern und sie können erst lange nach einer Hautverletzung sichtbar werden. In manchen Fällen kann es Jahre dauern, bis Keloide auf bereits geschädigter Haut auftreten.
Selbst wenn ein Keloid operativ entfernt wurde, kann es nachwachsen. Aber genau hier setzt das Problem an. externe Strahlentherapie kommt in.
Wie kann man Keloide behandeln?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Keloide zu behandeln und die damit verbundenen Reizungen zu lindern. Die Wahl der Behandlung hängt wahrscheinlich davon ab, wo sich das Keloid am Körper befindet und wie stark die Beschwerden sind.
Die gängigsten Behandlungsmethoden für Keloide sind:
- Steroidinjektionen
- Lasertherapie
- Kryotherapie
- Operation mit anschließender Strahlentherapie
Steroidinjektionen, die monatlich verabreicht werden, können das Keloid abflachen, führen aber nicht zu dessen vollständigem Verschwinden. Auch eine Lasertherapie kann eine Narbe abflachen, entfernt sie aber ebenfalls nicht.
Die Kryotherapie eignet sich hingegen in der Regel nur für kleinere Keloide. Sie kann die Narbe in manchen Fällen verkleinern oder entfernen. Bei allen drei Behandlungsoptionen besteht jedoch das Risiko einer Hypopigmentierung der Haut.
Hilft Strahlentherapie bei Keloiden?
Es hat sich gezeigt, dass die Strahlentherapie sowohl allein als auch nach der chirurgischen Entfernung der Narbe als Behandlungsmethode für Keloide wirksam ist.
Die Strahlentherapie wird manchmal als alleinige Behandlungsmethode bei großen Keloiden oder solchen, die gegenüber anderen Behandlungsoptionen resistent sind, eingesetzt.
Allerdings wird die Strahlentherapie am häufigsten zur Behandlung von Keloiden nach deren chirurgischer Entfernung eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass Chirurgische Entfernung eines Keloids mit anschließender postoperativer Strahlentherapie ist hochwirksam bei der Verhinderung des Wiederauftretens des entfernten Keloids.
Dies liegt daran, dass die Strahlentherapie verhindert, dass der Körper in der fibroblastischen Phase der Heilung verharrt. Niedrig dosierte Strahlung ist wirksam bei der Verhinderung von Fibroblasten durch schnelles Wachstum wird die Entstehung eines neuen Keloids verhindert.
Bei einer Strahlentherapie zur Behandlung eines Keloids erhalten Sie eine niedrige Dosis gezielter Strahlung an der Stelle, an der das Keloid entfernt wurde. Die Dosis wird sorgfältig berechnet, um die darunterliegende gesunde Haut nicht zu schädigen.
Unsere Berater arbeiten eng mit Ihnen und Ihrem OP-Team zusammen, falls das Keloid operativ entfernt wird, um einen Behandlungsplan zu erstellen, der die größtmögliche Chance bietet, ein erneutes Wachstum des Keloids zu verhindern.
In vielen Fällen benötigen Sie nach Ihrer Operation nur zwei Strahlentherapiesitzungen. Die erste wird innerhalb von 48 Stunden nach dem Eingriff geplant, die zweite etwa eine Woche später. In unserer Einrichtung erhalten Sie vor Ihrer Operation einen individuell auf Sie abgestimmten Behandlungsplan.
So können Sie eine fundierte Entscheidung über die für Sie am besten geeignete Behandlungsoption treffen.


