Wie wird Strahlentherapie zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt?
Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten und genießt aufgrund seiner spezifisch männlichen Natur hohes öffentliches Interesse. Die Strahlentherapie ist ein gängiger Bestandteil der Behandlung, wobei die genaue Anwendung im Rahmen eines individuell abgestimmten Therapieplans variieren kann.
Die Krankheit kann jeden Mann befallen, aber bestimmte Eigenschaften die Risikofaktoren erhöhen:
- Über 50 Jahre alt sein
- Eine familiäre Vorbelastung mit der Krankheit
- Es ist bekannt, dass Männer afrikanischer oder karibischer Abstammung ein höheres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken.
- Eine familiäre Vorbelastung mit DNA-Veränderungen, bekannt als BRCA1 und BRCA2
- Fettleibigkeit
- Rauchen
Wie unterscheiden sich die Prostatakrebsraten in Europa?
Diese Faktoren stellen einen Teil der Varianz dar, obwohl es auch erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern gibt. Beispielsweise zeigen die aktuellsten Daten (2024) zu Prostatakrebsfällen in der EU Folgendes:
- Hier in Österreich liegt die Rate bei 151.1 pro 100,000 Männern bis zu 85 Jahren.
- Zu den wichtigsten Ländern, in denen die Rate niedriger ist, gehören Deutschland (133.1), Spanien (131.3) und Italien (129.8).
- Die meisten der höchsten Raten finden sich in nördlicheren europäischen Ländern; fünf Länder – Norwegen, Schweden und die baltischen Staaten – weisen eine Inzidenz von über 200 auf.
- Litauen weist mit 266.6 die höchste Quote von allen auf.
- Rumänien weist mit 99.0 die niedrigste Quote auf, gefolgt von Bulgarien mit 100.2.
Warum die Quote so stark schwankt, ist nicht ganz klar. Beispielsweise haben die baltischen und skandinavischen Länder einen geringeren Anteil an Schwarzen in ihrer Bevölkerung als Länder wie Frankreich, wo die Quote bei 167.7 liegt.
Unabhängig von der Ursache gilt: Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Heilungschancen für die Patienten. Dies kann auch darüber entscheiden, wie eine Strahlentherapie zur Behandlung des Krebses eingesetzt werden kann.
Bei einer späten Diagnose, bei der bereits Metastasen vorliegen, kann beispielsweise eine Strahlentherapie eingesetzt werden, um der Tatsache entgegenzuwirken, dass der Krebs in mehreren Körperteilen vorhanden ist. In solchen Fällen ist es wurde sowohl auf die Prostata als auch auf die anderen betroffenen Bereiche angewendet..
Welche gängigen Behandlungsmethoden gibt es bei primärem Prostatakrebs?
Bei primärem Prostatakrebs Hauptbehandlungsoptionen sind:
- Überwachung, die in Fällen angewendet wird, in denen der Krebs langsam fortschreitet und zumindest vorübergehend keine größere Behandlung erforderlich ist.
- Operation zur Entfernung der Prostata
- Strahlentherapie zur Verkleinerung des Tumors
- Gelegentlich können auch andere Therapien, wie z. B. Chemotherapie oder Hormontherapien, ausprobiert werden.
Wenn eine Operation zur Entfernung der Prostata stattgefunden hat, kann eine Form der Strahlentherapie, die sogenannte adjuvante Strahlentherapie, eingesetzt werden.
Dabei wird Strahlung eingesetzt, um die DNA eventuell noch vorhandener Krebszellen anzugreifen und zu zerstören und so die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens der Krankheit zu verringern.
Wird die Strahlentherapie zur Verkleinerung des Tumors eingesetzt, gilt das gleiche Prinzip: Die Strahlung schädigt die Zell-DNA, was die Fähigkeit der Zellen zum Überleben und zur Teilung einschränkt.
Die bevorzugte Behandlungsmethode wird in einer gemeinsamen Entscheidung zwischen Ihnen und Ihrem Onkologen in unserer Klinik festgelegt. Strahlentherapiezentrum, der Ihnen die Situation und die Ihnen zur Verfügung stehenden Optionen erläutern wird.
Wenn Sie sich einer Operation mit anschließender adjuvanter Strahlentherapie unterziehen, kann dies haben erhebliche Nachwirkungen.
Einige davon sind kurzfristige Nebenwirkungen, die normalerweise mit einer Strahlentherapie einhergehen, wie Müdigkeit und Übelkeit, die auch dann auftreten können, wenn eine Strahlentherapie zur Verkleinerung eines Tumors ohne chirurgischen Eingriff eingesetzt wird.
Allerdings können auch Probleme mit der Sexualfunktion auftreten, die unter Umständen lange anhalten, wenn die Prostata entfernt wurde.
In jedem Fall sollten Männer, die sich in Zukunft Kinder wünschen, vor Behandlungsbeginn mit ihrem Behandlungsteam über Möglichkeiten zur Erhaltung der Fruchtbarkeit, wie zum Beispiel die Spermienkonservierung, sprechen.
Wird Prostatakrebs mit interner oder externer Strahlentherapie behandelt?
Es gibt zwei Arten der Strahlentherapie wird zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt.
- Bei der externen Strahlentherapie liegt der Patient auf einer Liege, während sich das Gerät um ihn herum bewegt und leistungsstarke Strahlen auf den betroffenen Bereich abgibt.
- Brachytherapie, bei der eine radioaktive Substanz in den betroffenen Bereich injiziert wird, um Strahlung abzugeben
Die gewählte Methode wird gemeinsam zwischen Patient und Onkologe festgelegt. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die Einwilligung und das Verständnis des Patienten gewährleistet sind und die Behandlung individuell angepasst wird.
Zu den Variablen, die in die Entscheidung einfließen, gehören:
- Alter und allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten
- Die Größe und die genaue Lage des Krebses
- Wie weit fortgeschritten der Krebs ist
- Berücksichtigung zugrunde liegender Ursachen wie beispielsweise einer familiären Vorbelastung mit der Krankheit
Diese und weitere Angelegenheiten variieren von Patient zu Patient. Wenn Sie also eine Behandlung gegen Prostatakrebs anstreben, können Sie sicher sein, dass unser Vorgehen einfühlsam, kooperativ und vor allem persönlich sein wird.

