Die Depuytren-Kontraktur ist keine weit verbreitete Erkrankung, aber für Betroffene kann sie sehr unangenehm sein und einen großen Einfluss auf ihren Alltag haben.
Deshalb ist es wichtig, eine wirksame und lang anhaltende Behandlung zu finden, damit die Betroffenen wieder normal funktionieren und ihren Hobbys und Pflichten wie gewohnt nachgehen können.
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Was ist die Depuytren-Kontraktur?
Depuytren-Krankheit, die manchmal auch als Depuytren-Kontraktur, ist das unwillkürliche Beugen eines Fingers zur Handfläche hin.
Diese Erkrankung betrifft die Palmarfaszie der Hand, eine faserige Gewebeschicht oberhalb der Nerven, Sehnen, Blutgefäße und Knochen in Handfläche und Fingern, aber unterhalb der Haut.
Das Kollagen in der Faszie verdickt sich mit der Zeit, bis es sich in Knoten verwandelt, die einen oder mehrere Finger nach vorne in Richtung Handfläche drücken.
Die Erkrankung ist zwar zunächst harmlos, verschlimmert sich aber mit der Zeit und kann das Strecken der Finger sehr erschweren oder sogar unmöglich machen. Betroffene haben daher oft Schwierigkeiten, alltägliche Handgriffe auszuführen, vom Halten einer Tasse bis zum Drehen eines Schlüssels.
Was sind die ersten Anzeichen der Depuytren-Kontraktur?
Meist sind der vierte und fünfte Finger betroffen, und die Erkrankung macht sich typischerweise durch die Bildung von Knötchen in der Handfläche bemerkbar. Manchmal können auch tiefe Dellen, sogenannte Grübchen, auftreten, wenn sich das Gewebe dehnt und zusammenzieht.
Dadurch kann es so aussehen, als wären Sehnen betroffen, aber es handelt sich lediglich um Stränge, die sich aufgrund der Ansammlung von Kollagen gebildet haben.
Sobald sich die dicken Stränge gebildet haben, werden die Finger dauerhaft zur Handfläche hin gezogen.
Dieser Prozess kann einige Jahre dauern und bleibt oft unentdeckt oder unbehandelt, bis er die täglichen Aktivitäten beeinträchtigt.
Der Krankheitsverlauf kann jedoch sehr unterschiedlich sein, da manche Patienten bereits kurz nach dem Auftreten der ersten Symptome eine Kontraktur entwickeln.
In den meisten Fällen sind beide Hände betroffen, was es den Betroffenen erschwert, die volle Beweglichkeit ihrer Finger zu haben.
Obwohl die Beschwerden meist schmerzlos sind, ist es wichtig, sich behandeln zu lassen, wenn das Strecken der Finger schwierig wird. So können Betroffene weiterhin alltägliche Aufgaben wie Kochen und Anziehen selbstständig erledigen und ihre Unabhängigkeit bewahren.
Was verursacht die Depuytren-Kontraktur?
Die genaue Ursache der Depuytren-Kontraktur ist unbekannt, man geht jedoch von einer erblichen Veranlagung aus.
Wenn die Erkrankung in der Familie vorkommt, erhöht dies das Risiko, selbst daran zu erkranken. Männer mit Diabetes, nordeuropäischer Abstammung, die Medikamente gegen Krampfanfälle einnehmen und mittleren Alters sind, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an der Depuytren-Kontraktur zu erkranken.
Es könnte auch mit Lebensstilentscheidungen zusammenhängen, wie zum Beispiel:
- Rauchen
- Alkoholkonsum
- Eine schlechte Ernährung
Bei Männern schreitet die Krankheit typischerweise schneller voran als bei Frauen und bei Personen unter 50 Jahren.
Wie man eine Diagnose erhält
Bevor die Diagnose Depuytren-Kontraktur gestellt werden kann, wird der Arzt die Krankenakte des Patienten und seine Familiengeschichte durchgehen und seine Symptome besprechen.
Anschließend führen sie eine körperliche Untersuchung durch und prüfen dabei Finger und Hand auf ihr Tastgefühl. Sie tasten nach Knoten und Strängen und dokumentieren deren Lage, da weitere Untersuchungen klären sollen, ob diese wachsen.
Die Ärzte messen außerdem den Bewegungsumfang und fertigen möglicherweise während eines sogenannten Tischtests Fotos an, um Veränderungen der Handsteifigkeit im Laufe der Zeit besser erkennen zu können. Dabei versucht der Patient, seine Hand flach auf eine Unterlage zu legen, um zu überprüfen, wie weit sich seine Finger beugen lassen.
Mithilfe dieser Daten können sie während des gesamten Behandlungsprozesses feststellen, wie stark die Behandlung wirkt oder ob sich die Kontraktur verschlimmert.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Eine dauerhafte Heilung gibt es zwar nicht, aber verschiedene Behandlungen können die Symptome wirksam lindern und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen, wodurch die Funktionalität der Hände verbessert wird.
Die beste Vorgehensweise hängt vom Alter und Gesundheitszustand des Patienten ab; vom Schweregrad der Kontraktur; von früheren Erfahrungen mit Medikamenten; und von seinen Wünschen.
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:
– Steroidinjektionen
Bei Patienten im Frühstadium der Erkrankung können Steroide in den betroffenen Bereich injiziert werden. Hauptziel ist es, die Entzündung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern.
Daher helfen sie dem Patienten lediglich dabei, seine unangenehmen Symptome zu lindern, bis die Wirkung des Steroids nachlässt und eine Nachdosierung erforderlich wird.
– Kollagenase-Injektionen
Eine weitere Möglichkeit sind Kollagenase-Injektionen, die helfen, das Kollagen in den Strängen und Knötchen abzubauen, ohne das Kollagen in anderen Bereichen der Hand zu schädigen.
In der Regel dauert es ein paar Tage, bis die Injektion wirkt. Anschließend manipuliert der Arzt die betroffenen Finger, um den Abbau des Strangs zu fördern, die Beweglichkeit der Hand zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
– Nadelaponeurotomie
Manche Patienten entscheiden sich für eine Nadelaponeurotomie, ein einfacher Eingriff, der schnell und unkompliziert durchgeführt werden kann. Dabei wird die Nabelschnur mit einer dünnen Nadel durchstochen und so lange bewegt, bis sie reißt.
Die Vorteile dieses Verfahrens liegen in der kurzen Genesungszeit, der Möglichkeit für die Patienten, das Krankenhaus noch am selben Tag zu verlassen, und der Tatsache, dass kein chirurgischer Eingriff erforderlich ist.
Dies trägt zwar zur Verbesserung der Fingerbeweglichkeit bei, ist aber keine langfristige Lösung, da es zu einem erneuten Auftreten kommen wird.
- Strahlentherapie
Eine fortschrittliche Behandlungsmethode, die im Vergleich zu Injektionen und Nadeln länger anhaltende Ergebnisse zu erzielen scheint, ist die Strahlentherapie.
Dabei werden Röntgenstrahlen durch die Knoten geleitet, wodurch das Gewebe aufgeweicht wird. Wird dieses Verfahren in einem frühen Stadium der Erkrankung angewendet, kann eine Kontraktur verhindert werden.
Andernfalls könnte es die Beweglichkeit und Flexibilität der Finger verbessern, indem es die Knötchen auflöst.
Da diese Behandlungsmethode nicht-invasiv ist, gewinnt sie überall dort, wo sie angeboten wird, zunehmend an Beliebtheit. Die Verfügbarkeit einer Strahlentherapie bei Morbus Depuytren ist jedoch begrenzt, und viele Patienten müssen für diese Behandlung ins Ausland, beispielsweise nach Österreich, reisen.
- Operation
Die Alternative ist eine Operation, auch Fasziektomie genannt. Dabei wird unter Narkose ein Schnitt entlang der Handfläche und des Fingers vorgenommen, das Markloch durchtrennt, um die Kontraktur zu reduzieren und den Finger operativ zu begradigen.
Die partielle Palmarfasziektomie ist ähnlich, jedoch werden zickzackförmige Einschnitte an der Hand vorgenommen, um den Strang stärker aufzubrechen und so bessere Ergebnisse zu erzielen.
In beiden Fällen bestehen Risiken, darunter Blutungen, Taubheitsgefühl, Infektionen, eine lange Genesungszeit von mehreren Wochen und die Notwendigkeit einer Physiotherapie zur Verbesserung der Beweglichkeit der Hand.